Faser Geschichten und Geschichte

Autor: Gabriele Franke (Seite 41 von 45)

Bananenfaser, aber nicht aus der Frucht!

Bei den Textilfasern aus Bananenfaser wird zwischen zwei Arten unterschieden.

Zum einen die Faser, die aus der wirklichen Bananenstaude gewonnen wird.

Die Stauden werden nach der Ernte der Früchte zurück geschnitten. Aus dem Stamm lassen sich durch Einweichen und Aufkochen/Auswaschen Fasern gewinnen. Diese Fasern sind spinnbar.

Der andere Rohstofflieferant ist die Abacapflanze. Diese in Ostasien beheimatete Pflanze, aus der Familie der Bananengewächse, trägt keine genießbare Früchte. Die Fasern werden in diesem Fall aus den Blättern gewonnen. In der Textilindustrie spielen beide Fasern zur Zeit keine große Rolle.

Weiterlesen

T-Shirt – alles sauber?

Ökobilanz eines T- Shirt

Wasserverbrauch:

für die Herstellung

inklusiv Verarbeitung und Transport

500 Liter

12 700 Liter

Pestizide

40 – 150 Gramm

Anteil Lohnkosten für die Herstellung am Ladenpreis

Anteil der Kosten für Werbung u. Marketing am Ladenpreis

1%

25%

Verdienst:

Gewinn und Kosten Einzelhandel

Steuern u. Transport

Fabrik

Werbung u. PR

Lohnkosten

50%

11%

13%

25%

1%

Quelle: transfair, aus „natürlich Hamburg“ Ausgabe 2-2009

Weiterlesen

Unsere Kleidung auf Weltreise

Jeanshose auf Reise

1. Baumwollanbau – Indien oder Kasachstan

2. Spinnerei – China auf schweizer Maschinen

3. Färberei – Taiwan, Philippinen gefärbt mit deutscher Indigofarbe

4. Weberei – Polen auf deutschen Maschinen

5. Näherei – Philippinen

6. Stone Washed- Look – Griechenland

7. Verkauft und getragen – Deutschland

8. Gespendet – sortiert in den Niederlanden

9. Gebrauchtkleiderspenden – u.a. Afrika

nach Fakten aus www.umweltmagazin.at, Lavendelschaf 26/2009 und Öko-Test Ratgeber Kosmetik & Wellness

T-Sirt auf Reise

Auch die Baumwolle für T-Shirts hat einen ähnliche langen Weg hinter sich, Anbau z.B in Usbekistan, Färben in der Türkei oder Ägypten, Weben in Slowenien.

12.800 km (das entspricht dem Erddurchmesser) legen die Materialien zurück bis sie auf unseren Verkaufstischen liegen.

Weitere Zahlen zum Thema Bekleidung:

Für 1 kg Baumwollkleidung werden 11.000 Liter Wasser verbraucht.

85% des Wassers werden für die Herstellung der Baumwolle benötigt.

Vergleichszahlen beim Wasserverbrauch:

1 kg Rindfleisch – 10.000 Liter Wasser

1 kg Kaffee – 20.000 Liter Wasser

1 kg Reis – 5.000 Liter Wasser

1 l Milch – 1.000 Liter Wasser

  • 80% der in Deutschland verkauften Kleidung stammt aus dem Ausland.

  • Schweizer verbrauchen pro Kopf und Jahr 12 kg Bekleidung, das entspricht ca. 81 T-Shirts. (Energiedetektive news, Nr. 5 Dez. 2007, www.energiedetektive.ch)

  • In Deutschland werden 56.000 t Kleidung ausrangiert.

  • Baumwolle wird wird mehrfach mit giftigen zum Teil äußerst gefährlichen Mitteln bespritzt.

  • Ca. 28.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen giftiger Pflanzenschutzmittel, also ca. 77 am Menschen am Tag. (Energiedetektive news, Nr. 5 Dez. 2007, www.energiedetektive.ch)

(Alle Zahlendaten wenn nicht anders angegeben aus BUND.net, Ökotipps entnommen.)

Die Kreativität ist ein Ort,

an dem noch nie jemand war.

Sie müssen die Stadt der Bequemlichkeit verlassen

und sich in die Wildnis der Intuition begeben.

Alan Alda

Färben: viele Farben und viele Möglichkeiten

Unsere Vorfahren fingen vor langer Zeit an Fasern zu verspinnen und zu verweben. In dieser Zeit etwa, wurde vermutlich auch mit dem Färben begonnen.

Zunächst verwendeten die Menschen Beeren, Flechten, Wurzeln oder Rinden. Diese pflanzlichen Farben ergeben zarte Töne.

Um Farbe aus dem Rohmaterial zu gewinnen, werden die Pflanzenteile zerkleinert, zerquetscht, gemahlen oder zu Pulver verarbeitet, eingeweicht und gekocht.

Weiterlesen

Columbus und Gutenberg benutzen ihn: Hanf

Hanf ist eine Stängelfaser/Bastfaser.

Sein Ursprungsland ist Zentral- und Vorderasien, heute ist er überall zuhause, außer in den Wüsten und den Tropen. Für die Textilindustrie wird Hanf in China, Rumänien, Kanada und Russland. Hanf gehört zu der Pflanzenfamilie der Cannabis, er zählt zu den Hopfengewächsen.

Er ist 1- jährig, zwei-geschlechtlich und wird bis 5 m hoch. 15 – 35 Faserbündel befinden sich im Bastteil des Stängel. Die Pollenübertragung erfolgt durch den Wind. Weibliche Pflanzen werden größer und sind später reif als die männlichen Pflanzen. Für die Fasergewinnung ist daher die weibliche Pflanze wichtig. Hanf benötigt viel Feuchtigkeit und Nährstoffe, gilt aber als umweltfreundlich, da er keinen Kunstdünger braucht und die Bodenstruktur eher verbessert. Hanf ist eine robuste Pflanze die resistent gegen Schädlinge ist und daher den Einsatz von Pestiziden fast überflüssig macht.

Weiterlesen

Occhi – zarte Spitze mit viele Namen

Occhi ist italienisch (occhio) und bedeutet übersetzt „Auge“. Die Technik ist bekannt als Chiacchierino in Italien, frivolité in Frankreich, Tatting in England, Nupperella/frivolitet in Schweden, orkis in Dänemark und als Schiffchenarbeit in Deutschland.

Die Handarbeitstechnik kam ca. im Mittelalter zu uns nach Europa. Sie ist aber viel älter. Schon im alten Ägypten und im alten China soll sie bekannt gewesen sein. Mit ziemlicher Sicherheit lässt sich sagen, dass sie aus dem Orient zu uns gekommen ist. Die Technik wird dort noch heute ausgeübt. Sie trägt den Namen „Makuk“, nach dem Namen des Schiffchens.

Weiterlesen