Kalpavriksha – Baum des Himmels

(So wird die Kokospalme bei den Indern genannt.)

Angebaut wird die Palme u.a. auf den Philippinen, in Indonesien, Malaysia, Indien und Ceylon. Sri Lanka ist das Zentrum der Kokosfaserindustrie. Die Palme erreicht eine Höhe von 25 bis 30 Meter und ein Alter von bis zu 10 Jahre. Sie trägt 50 bis 60 Nüsse pro Jahr.

Das Fruchtfleisch ist von einer steinharten Schale umschlossen, die wiederum in einer 5-8 cm dicken Faserschicht eingebettet ist. Außen umschließt eine lederartige Hülle die Frucht. Die Faserschicht hält die Frucht schwimmfähig, immer kühl, sowie schlag-geschützt. Die Kokosnuss ist keine echte Nuss, sondern eine Steinfrucht mit nur einem Samen. Geerntet werden die Nüsse von Palmkletterern oder dressierten Makakenaffen.

Die Kokosfaser ist gleichbleibend elastisch, schalldämmend, leicht, bruchfest, wärmehaltend, mottenunempindlich, scheuerfest und fault nicht. Sie wird auch Coir (Handelsname) genannt. Der Name Coir leitet sich von den Begriffen „kayar“ (Seil) und „kayaru“ (verdreht) ab. Die Faser ist die äußere Umhüllung der Kokosnuss, der Mesokarp. Fasern unreifer Früchte können gesponnen und zu Gewebe verarbeitet werden. Fasern reifer Früchte sind zu holzig zum Verspinnen.

verarbeitete Kokosfasern

verarbeitete Kokosfasern

Nach dem Aufschlagen der Nüsse, dem Entfernen des Fruchtfleisches wird das Faserpolster 7-12 Monate gerottet, damit sich das Pektin abbaut. Nun werden die Fasern geklopft. Übrig bleiben die reinen Fasern, die ggf. gewaschen und getrocknet werden, wobei die Sonne die Fasern ausbleicht. Sie sind danach gelb-braun.

Es folgt die Sortierung der Fasern: kurze Fasern zum Stopfen von Matratzen, als Dämmplatten, für (Fuß-)Matten, Seile, Taue, Bürsten; lange Fasern zum Spinnen und Zwirnen. Kokosfasern kommen auch im Fahrzeugbau, als Torfersatz und im Kunsthandwerk zum Einsatz.

Geschmeidig wird die Faser durch Meerwasser, Stampfen, Walken und Klopfen.

Die Fasern einer Nuss machen 30-50% des Gewichtes der Nuss aus. Eine Nuss ergibt somit ca. 80-90 Gramm Fasern.

Wer eine Kokospalme besitzt,

hat alles, was er zum Leben gebraucht.

(Indisches Sprichwort)