Faser Geschichten und Geschichte

Autor: Gabriele Franke (Seite 1 von 41)

Und wer ein faules Grittchen hat

Und wer ein faules Grittchen hat, Grittchen hat,
kann der nicht lustig sein,
kann der nicht lustig sein?
Sie schläft ja alle Mor gen, Mor – gen,
b i s daß die Sone scheint
und der Hirt die Herd‘ austreibt.

Der Vater aus dem Walde kam, Walde kam,
das Grittchen lag und schlief,
das Grittchen lag und schlief.
„Dich, Grittchen, hol‘ der Teufel, Teufel,
unsere Kuh ist noch im Stall,
und der Hirt ist schon im Wald.“

Das Grittchen aus dem Bette sprang, Bette sprang,
nahm gleich den Topf zur Hand,
nahm gleich den Topf zur Hand.
Sie tat das Kühlein melken, melken
mit der ungewaschnen Hand.
Ist das nicht ’ne wahre Schand‘?

Als sie die Kuh gemolken hat, gemolken hat,
gemolken hat die Kuh,
goß sie noch Wasser zu.
Sie zeigt die Milch dem Vater, Vater:
„Soviel Milch gibt unsre Kuh,
ja, das macht die lange Ruh‘!“

Als sie die Kuh gemolken hat, gemolken hat,
nahm sie den Stock zur Hand,
nahm sie den Stock zur Hand.
Sie tat das Kühlein treiben, treiben,
bis in den grünen Wald,
wo sie dort den Hirten fand.

„Ach Hirte, liebster Hirte mein, Hirte mein,
was hab‘ ich dir getan,
was hab‘ ich dir getan,
daß ich muß alle Morgen, Morgen
treiben mein Kühlein aus
bis wohl in den Wald hinaus?“

„Ei, gäbst du mir die Buttermilch, Buttermilch,
wie andere Mädchen auch,
wie andere Mädchen auch,
so tat‘ ich dir ja pfeifen, pfeifen,
blasen vor deiner Tür:
„Faules Grittchen, komm‘ herfür!“

„Ich gebe dir die Buttermilch, Buttermilch,
den Käse noch dazu,
den Käse noch dazu.
So mußt du alle Morgen, Morgen
blasen vor meinem Haus:
„Schönes Grittchen, komm‘ heraus!“

Volkslied

Hans Hensen in Schleswig

Einer der Menschen, der sich in Schleswig verdient gemacht hat ist Hans Hensen (*1786- 1846 gestorben in Schleswig). Er war u.a. Leiter des Königlichen Taubstummen-Instituts.

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Das Hirtenfeuer

Dunkel, Dunkel im Moor,
Über der Haide Nacht,
Nur das rieselnde Rohr
Neben der Mühle wacht,
Und an des Rades Speichen
Schwellende Tropfen schleichen.
Unke kauert im Sumpf,
Igel im Grase duckt,
In dem modernden Stumpf
Schlafend die Kröte zuckt,
Und am sandigen Hange
Rollt sich fester die Schlange.
Was glimmt dort hinterm Ginster,
Und bildet lichte Scheiben?
Nun wirft es Funkenflinster,
Die löschend niederstäuben;
Nun wieder alles dunkel –
Ich hör des Stahles Picken,
Ein Knistern, ein Gefunkel –
Und auf die Flammen zücken.
Und Hirtenbuben hocken
Im Kreis‘ umher, sie strecken
Die Hände, Torfes Brocken
Seh ich die Lohe lecken;
Da bricht ein starker Knabe
Aus des Gestrippes Windel,
Und schleifet nach im Trabe
Ein wüst Wacholderbündel.
Er läßt’s am Feuer kippen –
Hei, wie die Buben johlen,
Und mit den Fingern schnippen
Die Funken-Girandolen!
Wie ihre Zipfelmützen
Am Ohre lustig flattern,
Und wie die Nadeln spritzen,
Und wie die Aeste knattern!
Die Flamme sinkt, sie hocken
Auf’s Neu‘ umher im Kreise,
Und wieder fliegen Brocken,
Und wieder schwehlt es leise;
Glührothe Lichter streichen
An Haarbusch und Gesichte,
Und schier Dämonen gleichen
Die kleinen Haidewichte.
Der da, der Unbeschuh’te,
Was streckt er in das Dunkel
Den Arm wie eine Ruthe,
Im Kreise welch‘ Gemunkel?
Sie spähn wie junge Geier
Von ihrer Ginsterschütte:
Hah, noch ein Hirtenfeuer,
Recht an des Dammes Mitte!
Man sieht es eben steigen
Und seine Schimmer breiten,
Den wirren Funkenreigen
Ueber’n Wacholder gleiten;
Die Buben flüstern leise,
Sie räuspern ihre Kehlen,
Und alte Haideweise
Verzittert durch die Schmehlen.
„Helo, heloe!
Heloe, loe!
Komm du auf uns’re Haide,
Wo ich meine Schäflein weide,
Komm, o komm in unser Bruch,
Da gibt’s der Blümelein genug, –
Helo, heloe!“
Die Knaben schweigen, lauschen nach dem Tann,
Und leise durch den Ginster zieht’s heran:
G e g e n s t r o p h e
„Helo, heloe!
Ich sitze auf dem Walle,
Meine Schäflein schlafen alle,
Komm, o komm in unsern Kamp,
Da wächst das Gras wie Brahm so lang! –
Helo, heloe!
Heloe, loe!“

Annette von Droste-Hülshoff

Schafsnase ist im Arbeitsurlaub

In diesen Tagen hat schafsnase viel zu tun.

Die Aufgabe ist groß und und hat jeden Tag einen neue Überraschung parat.

Hier soll ein CoWorking Space entstehen und wir sind täglich mit Räumen, Putzen und Gartenarbeit beschäftig.

Weitere Infos unter: https://www.coworking-schlei.de

Schafsnase hat auch wieder Zeit für Fasern und Fasergeschichten.