Schafsnase

Faser Geschichten und Geschichte

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Schlagwort: Rocken

Das Linnen nach Eduard Schmidt-Weißenfelz

Ein Leineweber konnte sich wohl rühmen, von gar vornehmem und uraltem Geschlecht des Handwerks zu sein. In der Geschichte aller Völker, die zu einem Kulturzustand übergingen, hat immer das Linnen und damit die Faser der Pflanze, aus der es gewonnen wird, eine große Rolle gespielt. Die erste Hausindustrie auf Erden war das Weben; der erste Luxus, der unter den Völkern entstand, war die Kleidung aus Linnen; der erste Aufschwung des Handels über das Meer von Volk zu Volk geschah durch die Leinwand, welche den Schiffen Segel gab und durch den Hanf, der die Taue lieferte.

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Das Hafenschlagen

Die Mädchen sind zu Rocken,
Im Schulzenhaus sitzen sie,
Und, wie die Räder, stocken
Auch ihre flinken Mäuler nie.
Sie plaudern und sie plappern,
Es tönt wie Hasenklappern,
Doch sind wir Hasen nicht davor erschrocken.
Die Mädchen sind zu Rocken,
Sie sitzen dort im Schulzenhaus,
und außen gehen die Flocken
Durch Lüfte nieder grob und kraus.
Sie drehen gute Fäden
Und spinnen lose Reden,
Sie streichen mit der Hand die braunen Locken.

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Beim Flachsbrechen

Plauderinnen, regt euch stracks!
Brecht den Flachs,
Daß die Scherbe springe,
Und der Brechen Wechselklang
Mit Gesang
Fern das Dorf durchdringe!

Herbstlich rauscht im Fliederstrauch
Kalter Hauch,
Und der Nachtblau leuchtet!
Dennoch brecht mit bloßem Arm,
Brecht Euch warm,
Weil der Mond uns leuchtet!

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Die drei Spinnerinnen

In der Kunkelstub’ alles schäkert und lacht,
Und wünscht sich eine gute Nacht.
Drei Mägdlein bleiben sitzen allein,
Nicht rasten Händchen und Füßelein.
Die roten Bäcklein glühen heiß,
Der Flachs an den Rocken ist zart und weiß.
Um den Flachs an jedem Rocken wand
Eine liebe Hand ein rosiges Band.
Brauthemden spinnen alle drei,
„Ach, käme der Frühling bald herbei.“

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Die Weiße Frau von Hildesheim

Damals, als die alte Kirche noch stand und vom Friedhof umgeben war, da wuchs an der Kirchhofsmauer ein mächtiger, alter Holunderbaum. Er war so mächtig, dass alle Leute aus der Stadt in seinem Schatten Platz fanden; und er war so alt, dass sein dicker Stamm schon ganz hohl war und ein Mann darin bequem hätte stehen können — aber es stellte sich keiner hinein. Denn in diesem Holunder wohnte ein Zauberfrau, deren Namen niemand kannte. Weil sie aber lange, weiße Haare hatte und ein langes, weißes Kleid trug, nannten die Leute sie einfach: die Weiße Frau. Oft ist sie erschienen, wenn sie gerufen wurde, besonders im Frühsommer, wenn der Lein himmelblau blühte, oder im Advent, wenn der erste Schnee fiel.

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Moralisches Spinnerlied

aus: Des Knaben Wunderhorn

von Armin v. Brentano

Spinn, Mägdlein Spinn!

So wachsen dir die Sinn;

Wachsen dir gelbe Haar,

Kommen dir die klugen Jahr.

Ehr, Mägdlein, ehr

Die alte Spinnkunst sehr;

Adam hakt und Eva spann,

Zeigen uns die Tugendbahn.

Lieb, Mägdlein , lieb

Der Hanna ihren Trieb;

Wie sie mit der Spindel kann

Nähren ihren blinden Mann.

Preis, Mägdlein, preis

Der Mutter Gottes Fleiß;

Diese heilige Himmelskron

Spann ein Röcklein ihrem Sohn.

Sing, Mägdlein, sing

Und sei fein guter Ding;

Fang dein Spinnen lustig an,

Mach ein frommes End daran.

Lern, Mägdlein, lern

So hast du Glück und Stern;

Lerne bei dem Spinnen fort

Gottesfurcht und Gotteswort.

Glaub, Mägdlein, glaub

Dein Leben sei nur Staub;

Daß du kömmst so schnell ins Grab,

Als dir bricht der Faden ab.

Lob, Mägdlein, lob

Dem Schöpfer halte Prob;

Daß dir Glaub und Hoffnung wachs

Wie dein Garn und wie dein Flachs.

Dank, Mägdlein, dank

Dem Herrn, daß du nicht krank,

Daß du kannst fein oft und viel

treiben dieses Rockenspiel.

Dank, Mägdlein, dank.

Ginsterfaser, nur noch selten zu finden

(lateinisch: Genista oder Genésta)

Ginster ist ein bis zu 5 Meter hoher Strauch mit einfachen, spärlichen Blättern, die bei Sommeranfang abfallen. Er ist eine anspruchslose Pflanze, die keine besondere Kultur benötigt. Der Ginster wächst bis zu 1000 Meter über NN. Die Fruchthülsen enthalten eierförmige Samen.

Ginster wird zur Herstellung von Besen, Körben, pharmazeutischen Mittel, Ölen, Ziegenfutter, in der Autoindustrie und zum Teil für die Färberei verwendet. Die Fasern des Ginsters befinden sich in den Zweigen.

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Der blühende Flachs Friedrich Adolph Krummacher

Auf, kommt in die Felder und blühenden Au’n

Das liebliche Pflänzchen der Mädchen zu schaun!

Es wächset und es grünet so freundlich und zart,

Jungfräulich-bescheiden in eigener Art.

Laut rauschet vom Golde der Ähren das Land.

Still grünet das Pflänzchen in schlichtem Gewand;

Doch trägt es ein Krönlein von himmlischen Blau,

Des Krönleins Gestein ist der funkelnde Tau.

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Thema von Anders Norén.