Flachs („linum usitatissimum“) ist eine Bastfaser/Stängelfaser. Flachs wird ca. 1 m hoch mit über 200 Sorten bekannten Sorten trägt er weiße, rosa oder blaue Blüten. Er gilt als anspruchslos, aber frostempfindlich. Bis zu 2000 Pflanzen stehen auf 1 qm.

Flachs ist die älteste Kulturpflanze der Erde. Die Entwicklung der Menschen ist eng mit dem Flachs verbunden. Flachs wächst u.a. noch heute in Europa z.B. im Waldviertel in Österreich und in China. Die Ernte ist vor der Samenreife. Die Halme werden heute gemäht, früher wurden sie gerupft, dann zu Garben gebündelt und so getrocknet.

Zum Entfernen der Kapseln zieht man die Stängel durch ein Reep/Reffeisen – genannt: reepen, repeln oder riffeln. Anschließend müssen die Stängel gewässert (früher in Rottkuhle oder Wasserröste) und getrocknet (dörren) werden. Auf taufrischen Feldern können die Stängel auch in der sogenannten Tauröste liegen. Nach 8 Tagen werden sie wieder eingeholt.

Jetzt werden die holzigen Teile der Stängel entfernt: z.B. mit dem Klopfer (Troite oder Buekblögel genannt) geschlagen. Zum Brechen (So nennt man das Zerknicken der Stängel) kommen Flachsbrecher zum Einsatz.

Um den Bast zu entfernen, zieht man die Stängel durch die Hechel. Das sind große Stahlnadeln. Je öfter und geschickter gehechelt wird, um so besser wird der Leinen.

Die kurzen Fasern, das Werg oder Hede, wird aussortiert und z.B. zum Abdichten von Rohren benutzt.

Das Leinen ist nun zum Spinnen und Weben vorbereitet. Der charakteristische Schimmer des Leinen entsteht durch einen leichten Wachsüberzug auf der Leinenfaser. Leinen wird gern für Sommerkleidung verwendet, da es sich kühl auf der Haut anfühlt.

Leinen ist reißfest, kochfest, luftdurchlässig, wenig schmutzanfällig und mattglänzend.

Er fusselt nicht, knittert stark und ist nicht formstabil.

 

Selbst denken ist der höchste Mut.

Wer wagt, selbst zu denken,

der wird auch selber handeln.

Bettina von Arnim