(schwedischer Ursprung: Sprangning) bezeichnet eine durchbrochene Textilarbeit, die ohne Schussfaden gearbeitet wird.

Sie entsteht ausschließlich durch das Verkreuzen und Verdrehen der Kettfäden. Das Gewebe ist einseitig elastisch.

Diese Technik verwendeten schon die Wikinger und ihre Vorfahren. Noch heute fertigen Menschen in Peru, Mexiko und Indien Gebrauchsgegenstände wie Hängematten, Schals oder Einkaufsnetze mit dieser Technik. Auch die Militär-Schärpe Georg Washingtons wurde in der Sprang-Technik gefertigt.

Zur Herstellung einer Sprangarbeit werden zwei Befestigungspunkte für die Kettfäden benötigt z.B. zwei Stöcke, die waagerecht (an Stühlen o.a.) befestigt werden, die im gewünschten Abstand von einander aufgestellt werden.

Nun kann der Faden mit gleichmäßiger Spannung zwischen den Stäben gewickelt werden, dabei sind der Anfang und das Ende am Stock festzuknoten. Durch Verdrehen der oberen Kettfäden mit den unteren Kettfäden entstehen Verkreuzungen. Mithilfe der Finger oder von Stäbchen schiebt man diese Verkreuzungspunkte zu den Enden.

Das Geflecht entsteht auf beiden Seiten gleichzeitig, jedoch spiegelverkehrt. Zum Schluss sichert ein Faden die Arbeit in der Mitte vor dem Aufgehen. Neben der europäischen Technik des Weben auf einem Rahmen gibt es noch die Technik des vorderen Orients, wo die Arbeit durchlaufend um den Rahmen gespannt wird.

etwas zur Geschichte

…in Europa

Der wohl älteste Textilfund in Sprangtechnik stammt aus der Jungsteinzeit (Neolithikum, ca. 3000 bis 1500 v. Chr.): Es handelt sich dabei um einen Abdruck auf der Unterseite eines Tongefäßes.

Aus der Zeit von 1400 bis 1300 v. Chr. stammt das älteste erhaltene Spranggeflecht:

Im bronzezeitlichen Grab der Frau von Borum Eshoj in der Nähe von Århus in Dänemark fanden Archäologen ein komplett erhaltenes Haarnetz aus feiner Wolle.

Weitere Woll-Haarnetze aus der Zeit von 800 v. Chr. bis 500 v. Chr. fanden Archäologen in den Mooren Dänemarks. Sie gehören in die Hallstattzeit.

Eine größere Anzahl erhaltener Sprangtextilien stammen aus den koptischen Gräbern (400 n. Chr. bis 700 n. Chr.). Ausgegraben wurden sie 1880 in Oberägypten. Hierbei handelt es sich um Kopfbedeckungen und Beutel aus gefärbter Wolle und Leinen.

Weitere Funde gibt es in Schweden, Norwegen und in York.

… in Südamerika

Die Sprangtechnik war auch in den peruanischen Küstengebieten zur Zeit der späten vor-keramischen Zeit (ca. 1100 v. Chr.) bekannt. Diese Funde sind aus Baumwolle.

Aus der Zeit von 500 v. Chr. bis 500 n. Chr. gibt es weitere Funde in Peru.

Achte auf deine Gedanken!

Sie sind der Anfang deiner Taten.

Konfuzius