Das Leinen der armen Leute.“

Die Brennnessel, die vielen als Unkraut aus Garten oder Grünanlagen bekannt ist, brennt oder beißt durch ihre Brennhaare auf der Haut. Sie gehört zu den Nesselgewächsen und wird bei einer Lebenserwartung von 20 Jahren bis zu 3 Meter hoch.

Botanisch gehört die Pflanze zu der Familie der Urticaceen (Brennnesselgewächse), die heute in Nepal noch angebaut wird.

Die ältesten Funde stammen aus der Bronzezeit aus Dänemark. Bereits im Mittelalter gewannen die Menschen Fasern aus der Brennnessel so wurde die Faser in Klöstern verarbeitet. Im 15. Jh .war die Faser von wichtiger Bedeutung, bis ca. ins 18. Jh. Auch für Uniformen und Segel nutzten die Menschen Brennnesselfasern. Im 19. Jh. hatte die Fasergewinnung aus Brennnessel keine Bedeutung mehr.

Im Märchen „Die sieben Schwäne“ wird von der Zauberkraft der Faser erzählt. Rudolph Steiner enphahl die Faser für Kinder, da er ihr eine Schutzwirkung vor schädlichen Energie und Strahlungen zu schrieb.

Dazu werden ausgewachsene Brennnesseln meist im August geschnitten(ab einer Höhe von 75cm) und dann getrocknet. Die Knoten, an denen die Seitenblätter an den Stängeln sitzen, müssen mit einem Gummihammer mürbe geschlagen werden, bevor sich die Fasern aus der Stängelrinde (Bast) ziehen lassen. Alternativ können die Bastfasern durch Kochen in Lauge isoliert werden.

Sie werden geröstet, gebrochen und gehechelt, ähnlich der Flachsgewinnung. Diese Fasern lassen sich direkt verspinnen.

Die Fasern der Brennnessel befinden sich also im Bast – nicht wie beim Flachs im Stängel. Im Aussehen sind die beiden gleich, nur ist die Nesselfaser kürzer (ca. 3 – 5 cm). Brennnesselstoff ist glatter als Leinen, weicher als Seide, reißfest, strapazierfähig und langlebig. Die Brennnessel ist anspruchslos, langlebig und widerstandsfähig. Der Ertrag ist jedoch mit ca. 8% der getrockneten Pflanze gering.

Der Wissende redet nicht.

Der Redende weiß nicht.

Laozi