Ägräs, Egres

(finn.-karel.) ist der Vegetations- und Fruchtbarkeitsgott, Getreidegott und Gott der Rüben. Er gibt den Menschen Erbsen, Bohnen, Leinen und Hanf. Ägräs ist die Personifizierung der Doppelfrucht. Sein Symbol, die Doppelfrucht der Rübe wird „heiliger Ägräs“ genannt. Viele Familien und Orte tragen seinen Namen.

Ala

Ale, Ana, Ani ist die Mutter und Erdgöttin der Igbo in Nigeria, Afrika, die sowohl die Fruchtbarkeit als auch den Tod repräsentiert. Die Weltregentin und Königin der Unterwelt ist Gattin des Chi. Als Hüterin der Moral verbietet sie Totschlag, Ehebruch, Menschenraub und Diebstahl. Der Baumwollbaum ist ihr heilig. Dargestellt wird sie als Mutter mit dem Kind.

Aráchne

(„Spinne“, griechisch) ist Jungfrau und Teppichweberin aus Lydien. Aus Übermut forderte sie die Göttin Athena zum Wettstreit im Weben heraus, und da die Göttin über die von Aráchne dargestellten Liebesaffären der Gottheiten empört war, wurde Aráchne von Athena in eine Spinne verwandelt.

Normen

sind die drei Göttinnen des Schicksals – Skuld (Sein), Urd (Schicksal) und Verdandi (Notwendigkeit). Sie waren eng mit den Schicksalsgöttinnen der griechischen Mythologie verwandt. Sie besprengten täglich den Baum Yggdrasil (Baum der Welt, die Esche). Außerdem waren sie als geschickte Weberinnen bekannt.

Isis

war die oberste Göttin der Ägypter und Schutzherrin des Leinen. Wer ihr Reich betrat durfte dies nur in einem Leinengewand. Jedes Frühjahr wurde ihr ein Schiff mit Segeln aus Leinen geschenkt.

Freya

war die oberste Göttin der Germanen zugleich war sie auch Göttin des Flachses. Ihr Haar war flachsblond und in der Hand trug sie eine Spindel.

Odin

ist der Hauptgott in der nordischen Mythologie, Göttervater und Totengott. Er zog in den 12 Rauhnächten zur Jagd umher. In dieser Zeit durfte nicht gesponnen werden. Manchmal ging Freya auch selbst durch das Land um den Flachs der fleißigen Mädchen zu vergolden und das der Faulen in den Schmutz zu werfen.

Athéne

Athena (lateinisch, griechisch) war die jungfräuliche Göttin und Schutzgöttin der nach ihr benannte Stadt Athen sowie Burggöttin der Akropolis. Sie war Göttin des Friedens und des Krieges und Schutzgöttin der Horoen zugleich Göttin der Künste und der Weisheit Sie gilt als Erfinderin des Alphabetes. Athéne brachte den Bauern den Pflug und den Frauen den Webstuhl. Sie ist eine der 12 Olympioi.

Chih- nü

(chinesisch) ist die Webergöttin, die am Ostufer der Himmelsstraße aus Wolkenbrokat Himmelsgewänder webt. Da sie später als Gattin des Kuhhirten K’ein- niu und als Hirtin die Weberei vernachlässigte, wurde sie von ihrem Vater, einem Sonnengott, verbannt und darf seitdem nur einmal im Jahr, in der Nacht des siebten Tages des siebten Monats, ihren Gatten besuchen. Wenn sie dabei den Fluss überqueren muss, bilden Elstern als Symbol der Treue eine lebende Brücke.

Fu – hsi

Fu Hi, P’ao (chinesisch) war Jagdgott und Kulturheros. Er gilt als Lehrer der Seidenraupenzucht und des Fischfanges mit Netzen. Er schuf die Musik und die 8 Trigramme (Pa-kua). Als erster Souverän Chinas 2852- 2737 bzw. 2952- 2836 v. Chr.) gehörte er zu den San-huang. Er gilt als Bruder bzw. Gatte der Nü-kua. Dargestellt ist er mit schlangenartigem Unterkörper. Sein Emblem ist das von ihm erfundene Winkelmaß, ein Symbol des Himmels.

Ixel

(ausgestreckt liegende Frau, indianisch) ist Erd- und Mondgöttin der Maya. Sie ist Göttin der Wasserfluten und des Regenbogens, Schutzgöttin der Schwangeren und Erfinderin des Webens. Sie ist die Gattin des Itzamná und durch ihn Mutter der Bacabs bzw. Gattin des Votan. Ihr Bild wird unter das Ruhelager der Gebärenden gestellt. Dargestellt ist sie mit einer Schlange als Kopfschmuck, und ihr Rock ist mit gekreuzten Knochen besetzt, an den Händen und Füßen hat sie Tierklauen. Manchmal ist sie identisch mit der Fruchtbarkeitsgöttin Ixkanleom (Frau Spinnengewebe). Sie entspricht der aztek. Chalchihuitlicue.

Ix Chebel Yax

Chibirias (Indianisch) Mondgöttin und Göttin der Malerei und Bildschrift bei den Maya. Sie führte die Farbmusterwebkunst ein.

Lei-tsu

chines ist die Donnergöttin und Kulturheroin, die die Seidenraupenzucht gelehrt hat. Sie gilt als Gattin des Huang-Ti.

Mama Oello

(Quechua: ehrwürdige Mutter Ei indianisch) war die Urmutter und Stammmutter der Inka. Als Kulturheroin lehrte sie die Frauen das Spinnen. Sie gilt als Tochter des Sonnengottes Inti und der Mondgöttin Mama Quilla. Mama Oello ist die Schwester und Gattin des Manco Capac und durch ihn Mutter des zweiten Inka Sinchi Roca.

Mari

(Herrin) (baskisch) war die Wetter- und Windgöttin personifiziert die Erde und höchste Gottheit der Basken, Königin aller Geister und Schutzgöttin der Wanderer und Herden, Hüterin der Moral (gegen Diebstahl und Lüge) und Ratgeberin der Menschheit. Sie wohnt im Erdinnern. Bei ihrer Beschäftigung (Spinnen und Fadenabwickeln) benutzt sie einen Widder als Haspel, der das Fadenknäuel auf seinen Hörnern hält. Ihr Symbol ist die Sichel. Seit der Christianisierung ist sie zu den bösen Geistern degradiert.

Moirai

(von Moira= Anteil, Los, Schicksal, griechisch) sind eine Gruppe von 3 Schicksalsgöttinnen, die den Menschen ihren Anteil am Leben zuteilen. Zu ihnen gehören: Klothó („Spinnerin“), die den Lebensfaden spinnt, Láchesis („Losezuteilerin“), die ihn erhält und misst, sowie Àtropos („Unabwendbare“), die ihn durchschneidet, was den Tod zur Folge hat. Die Moirai entsprechen den röm. Parcae.

Pales

(römisch) ist die Schutzgöttin der Hirten und Herden. Als Pales bietet sie dem Vieh Futter. Ihr Fest, die Parilia bzw. Palilia wurde am 21. April gefeiert und erinnert an die Stadtgründung Roms durch Hirten.

Papaja protohatt

war Schicksalsgöttin, die zusammen mit Ishdushtaja mit Spindel und Spiegel das Schicksal der Menschen bestimmt.

Penelólpe

(„Die das Gewebe Auflösende“) Penelopa (lateinisch, griechisch) ist die Schöne Heroin, eine Tochter des Ikarios und der Periboia Gattin des Odysseús.

Nornen

der Wikinger, Urd war die Norne der Vergangenheit, Verdandi war die Norne der Gegenwart und die dritte Norne hieß Skuld und stand für die Zukunft. Jeden Tag setzten sich die Nornen pflichtschuldig nieder, um das Netz des Schicksals zu weben, doch hatte Skuld am Abend wieder aufgetrennt, was Urd und Verdandi zuvor gewoben hatten. So konnte die Zukunft nie deutlich gesehen werden.

 

Gehe Wege, die noch niemand ging,

damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub.

Antoine de Saint-Exupéry