Bei der Herstellung von Bändern unterscheiden wir Brettchenweberei und Weberei mit dem Webkamm. Die Technik des Webkamms ist viel einfacher als die der Brettchen. Der Webkamm wird auch Gatterkamm oder Grödelkamm genannt. Er ist ein einfaches Arbeitsgerät aus Holz mit Schlitzen und Löcher im Wechsel.

Zum „Weben am Gürtel“ werden Webkamm, Webschiffchen, Schere, Häkelnadel, Garn sowie ein Gürtel zum Befestigen der Kette am Körper benötigt. Ist die Kette vorbereitet, wird jeder Kettfaden in den Webkamm eingefädelt z.B. mit einem Einziehharken oder einer Häkelnadel: 1 Faden in einen Schlitz und einer in das Loch daneben. Ein Webkamm für z.B. 33 Kettfäden hat 17 Löcher und 16 Schlitze durch die die Kettfäden gezogen werden. Um eine Gleichmäßigkeit des Kamms zu bekommen, bietet es sich an,von der Mitte aus einzufädeln.

Sind alle Fäden durch den Kamm gefädelt, kommt am Ende aller Fäden ein dicker Knoten, der an einem festen Punkt befestigt wird. Nun werden die Fäden endheddert und unter zusammen geknotet. Der Schussfaden wird auf das Webschiffchen gewickelt und die verknotete Kette am Gürtel befestigt und gespannt. Jetzt kann gewebt werden.

Das Webschiffchen dient neben dem Transportieren des Schussfadens auch zum Anschlagen des Schusses. Durch Heben und Senken (Herunterdrücken) des Webkamms bilden sich die Fächer, so dass der Schussfaden eingelegt werden kann. An das fertige Gewebe anschlagen und ein neues Fach öffnen. Die Spannung der Kette wird durch Vor- und Zurücklehnen der Körpers gebildet. Mit den Gatterkamm wird das Fach für den Schussfaden gebildet:

Gatterkamm hoch ist die Kette in Schlitz unten – Oberfach Gatterkamm runter ist die Kette im Schlitz oben – Unterfach.

Das fertig gewebte Band wird an einem Gürtel bzw. am Körper befestigt, zum Beispiel mit einer Sicherheitsnadel. Bänder die mit dem Webkamm hergestellt werden, leben durch ihre Farben, je mehr Farben verwendet sind, desto lebendiger wirken sie. Das fertige Band ist nur halb so breit wie der Ketteinzug. Auf Webkämme mit 3 Lochreihen lassen sich Bänder mit mehrschäftigen Mustern herstellen. Es werden dann Litzenzüge benötigt um die unteren Fächer bilden zu können.

 

Man muss immer etwas haben,

worauf man sich freut.

Eduard Mörike