Aus der Zeit ca. 25 000 v. Ch. stammt der älteste heute bekannte Textilfund. Dabei handelt es sich um einen Abdruck eines pflanzenfaserigen Geflechtes.

Nördlich der Alpen wurde in der Bronzezeit Wolle verarbeitet, erst ca. 2 000 v.Ch. lernten die Menschen dort die Leinenverarbeitung.

Bis die Textilproduktion sich spürbar weiterentwickelte sollten noch sehr viele Jahre vergehen. Erst das Mittelalter hinterließ uns Daten zu den Veränderungen.

Die Bevölkerungszahl stieg in den Jahren von 800 bis 1300 enorm. Durch die 1. industrielle Revolution mit ihren wichtigen Erfindungen konnte die Versorgung der wachsenden Bevölkerung sichergestellt werden. Die Menschen lernten die Wasserkraft einzusetzen, zum Beispiel für Walkmühlen, das war ca. 1086. Die Erfindung des Webstuhls, der mit Tritt und Schaft arbeitet, aus dem 12. Jh., sorgte für schnelleres Arbeiten. 1268 nutzten die Menschen das Spinnrad nach indischem Vorbild. Das sächsische Spinnrad mit Flügelaufwindung und Tretantrieb kam erst ca. 1525. Die Produktion der Stoffe verschob sich vom Land in die Stadt. Nun war Weben zu Männerarbeit geworden.

Die Schafweiden mussten der ständig wachsenden Landwirtschaft weichen.

Wollimporte aus England und damit verbundene Zölle (König Edward I.) führten zu Hungersnöten.

Die Städte Brügge und Gent in Flandern und Saint-Omer in Nordfrankreich galten bis ins 13. Jh. als Textilhochburgen. Bereits 1245 kam es zu ersten Streiks in Douai in Frankreich.

Im 13. Jh. entstand in Italien ein gutorganisiertes Bankwesen. Dies führte dazu, dass Wollvorräte für längere Zeit finanziert wurden. Weitere Erfindungen und Verbesserungen sorgten für die Möglichkeiten schneller zu arbeiten und bessere Qualitäten zu produzieren. Norditalien entwickelte sich zu einem weiteren wichtigen Zentrum in der Textilherstellung.

Im ausgehenden Mittelalter entstanden Verlagssysteme als Handelsorganisationen. Der Verleger übernahm die Rohstoffbeschaffung, die Lagerhaltung und den Verkauf der fertigen Produkte. Diese Stellung erreichte er durch Erfahrung, Geld und Organisationstalent. Aus Handwerkern wurden Lohnarbeiter bzw. Produzenten, vorrangig auf dem Land, denn hier lebten die armen Leute ohne Landbesitz. Was wiederum zur Abhängigkeit vom Verleger führte, häufig bestand die Entlohnung nicht aus Gels sondern aus weiterem Material.

In den Städten waren u.a. die Weber in Zünften organisiert.

Die Nutzung der Dampfkraft für Motoren war auch der Motor für die Textilindustrie: Dampfkraft trieb die Webstühle an.

Mehr Technik in der Landwirtschaft führte zu mehr Lebensmittel, mehr Menschen konnten ernährt werden. Was wiederum zu mehr Lebensmittelproduktion führte.

Was vom Herzen kommt, geht direkt zum Herzen.

Jeremiah Burroughs
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