Heute erscheinen drei sicher lückenhafte Kurzdarstellungen europäischer Schafsrassen, die jede auf ihre Art interessant ist.

Leider hatte schafsnase noch nicht die Gelegenheit die Tiere zu Streicheln oder zu Fotografieren.

Das Shetland Schaf

lebt im Norden Schottland auf den Shetland- Inseln. Als sein Beruf könnte es Wollgeber für die schottische Strick- Industrie angeben. Shetland Schafe stammen von den einheimischen Soay-Schafen und skandinavischen Schafen ab, da sie von den Wikingern im 8. Jh. auf die Inseln gebracht wurden.

 

Sie sind klein, zäh und etwas verrückt, haben Merkmale primitiver Schafe und fressen gern Hecken, Baumrinde und Brombeerblätter. Die Wolle ist sehr fein, weich und kommt in den Farben weiß, beige, grau, rotbraun, dunkelbraun und schwarz vor. Die Muttertiere sind hornlos, die Böcke sind behornt. Sie bekommen normalerweise 2 Lämmer.

Das Schwarznasenschaf

lebt in der Schweiz, vorrangig in den Walliser Bergen, einige in Süddeutschland.
Seine Wolle eignet sich nicht besonders zum Filzen und war früher zur Teppichherstellung begehrt.

Die Zucht dieses Schafes geht bis ca. 1400 zurück (lt. Walliser Freiheitskämpfer). Sein Vorgänger soll das Kupferschaf sein (von den Römern importiert). Die Verbreitung der Schafe ist aber auf die Kelten zurück zuführen. Es gilt als ausgesprochen robust, wiederstandsfähig, anpassungsfähig und klettertüchtig. Sie sind mittelgroß bis großrahmig frohwüchsig aber spätreif. Schwarznasenschafe sind anhänglich und stehen den Primitivrassen nahe. Sie können zweimal im Jahr Lämmer bekommen (asaisonal), aber meist nur 1 Lamm. Typisch ist die schwarze, stark gekrümmte Nase (und Ohren) sowie die waagerecht abstehenden spiralig gewundenen Hörner.

Sie zeigen das ausgeprägte Verhalten von Wildschafen, wie z.B. das Weideplatzwechseln, Wechsel zwischen Grasen und Ruhephasen und Schlafen auf erhöhten Plätzen (gute Übersicht gegen Feinde). Geführt wird die Herde durch die ranghöchsten (ältesten und erfahrensten) Schafe. Sie geben bis zu 4 kg Wolle in den Farben weiß- beige die leicht gelockt ist.

Das Islandschaf

lebt auf Island und gilt als Nachfolger der im 9. + 10. Jahrhundert eingeführte Schafe der Wikinger.

Seine Wolle besteht aus 2 Schichten. Die eine Schicht (TOG) ist weiches, schimmerndes, wasserabweisendes und starkes langfaseriges Deckhaar. Es ist wenig gekräuselt und dient dem Schutz vorm Wetter. Als Kammgarn gut zum Spinnen geeignet.

THEL ist die weiche Unterwolle. Sie ist sehr fein und gekräuselt. Die Wolle ist in 27 Farben und Musterungen vertreten z.B. extrem weiß, tintenschwarz, blau-schwarz,

Karamell, Milchschokolade oder Mocca.

Wolle der Herbstschur eignet sich besser zum Spinnen, die Frühjahrsschur besser zum Filzen. Die Islandwolle filzt schnell und ergibt ein weiches starkes Produkt.

Das Islandschaf ist mit dem Finnschaf, dem Romanov, dem Shetland, dem Spelsau- Schaf sowie einigen schwedischen Landrassen verwandt.

Jede Begegnung die unsere Seele berührt,

hinterlässt eine Spur,

die nie ganz verweht.