Nadelbinding wird auch Schlingentechnik genannt und zählt zu den ältesten Stoffbildungstechniken. Textilfunde in Nadelbindung gibt es aus der späten Steinzeit bzw. Bronzezeit. Die Wikinger haben diese Technik beherrscht.
Nadelbindung ist aus dem Dänischen abgeleitet und wird dort als Nalbinding bezeichnet.

Neuzeit- Wikinger beim Nadelbinding

Neuzeit- Wikinger beim Nadelbinding

Diese Handarbeitstechnik war bei uns praktisch ausgestorben, vermutlich im 13. Jh. als das Stricken aus dem arabischen Raum zu uns kam. Die Tradition überlebte im skandinavischen Raum.


Mit Nadel und Faden werden elastische Stoffe Reihe für Reihe durch ständig wiederholte Schlaufen hergestellt. Dichte und Festigkeit des Textils ist vom Stichtyp abhängig. Der einfachste Stich ist der Knopfloch- oder Schlingenstich. Dieser Stich ist schon in der mittleren Steinzeit bekannt gewesen und für Fischernetze genutzt worden.

Es gibt sehr viele Stichvarianten, von denen einige aus archäologischen Funden bekannt sind. Sie tragen häufig den Namen ihres ersten Fundorts.

In Skandinavien wird häufig über den Daumen gearbeitet. Das Arbeitsstück kann auch zwischen Daumen und Finger gehalten werden. Gearbeitet wird meist mit einer Holznadel, aber auch Metall-, Horn- oder Knochennadeln sind möglich. Sie ist ca. 8 cm lang, breit, flach und hat eine stumpfe Spitze. Für feine Arbeiten z.B. für Seide, braucht man eine entsprechend feinere Nadel.

Wolle für Nadelbinding

Wolle für Nadelbinding

Der Arbeitsfaden ist so lang, dass er bequem durch zuziehen ist, was zum häufigen Ansetzen des Faden führt. Das Ansetzen des Fadens kann durch Knoten erfolgen, was aber zu Knubbeln führt. Die Fäden werden daher aneinander gefilzt. Die Form erhält das Arbeitsstück durch Zu- und Abnehmen. Das Zunehmen erfolgt durch zwei neue Schlaufen, die in eine bestehende Schlaufe gearbeitet werden. Abnehmen heißt zwei Schlaufen zusammenfassen. In der Anfangsreihe beginnt die Arbeit mit der gleichen Schlaufenzahl, wie später auch an Schlaufen genäht werden. Die Arbeitsweise ist der des Stopfens ähnlich, die Schlaufen werden untereinander fest verbunden und bei jeder Ausführung eines Stichs wird eine neue Schlaufe gearbeitet.

Nadelbindung wird überwiegend in fortlaufende Spiralrunden genäht. Schlauchartige Textilien z.B. Handschuhe und Strümpfe sind so gefertigt worden.

Geduld verlieren heißt Würde verlieren.

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