Schulferien bei den Menschenkindern, denkt Fritz. Viele Familien sind bei dem sonnigen Wetter und dem frischen Wind draußen unterwegs.

Fritz liebt es im Wind zu liegen und den Worten der Menschen zu lauschen, so ist doch immer eine kleine Traumreise für ihn drin.

Seine spitze Ohren sind schon wieder auf Jagd. Eine fünfköpfige Familie schlendert über die Deichkrone Richtung Meer. Die Worte des Vaters verfangen sich in Fritz´ Ohren und schicken ihn in eine längst vergangene Welt. Das Familienoberhaupt ist Geschichtslehrer – auch in den Ferien – so erfährt Fritz aus der Geschichte Roms:

Rom ist die italienische Hauptstadt, auf italienische heißt sie Roma und ist die größte Stadt Italiens. In Rom gibt es die Vatikanstadt, eine Enklave. Am 21. April gedenken die Römer der Stadtgründung durch Hirten. Der Sage nach waren die Gründer Romulus und Remus im Jahre 753 vor Christus Sie waren Kinder des Kriegsgottes Mars und der Priesterin Rhea Silvia. Romulus erschlug seinen Bruder während eines Streites. Wie auch immer. Pales ist eine Schutzgöttin oder ein Gott im alten Rom gewesen. Sie schützte die Weiden, die Herden und die Hirten.

Ja, ja, so denkt Fritz und streckt sich. Wieder ganz bei den Worten des Lehrers hört er: Aus einem anderen Land der Antike stammt die Geschichte von Arachne. Arachne ist griechisch und bedeutet Spinne. Arachne war ein junges griechisches Mädchen. Sie ist die Tochter des Idmon von Kolophon, einem Purpurhändler. Sie war sehr geschickt am Webstuhl und beim Spinnen. Ihr Können am Spinnrad und am Webstuhl war weit ins Land hinein bekannt. So kam es, dass sie damit prahlte, schneller als Athene spinnen zu können und besser im Weben zu sein. Athene war die griechische Göttin der Weisheit, des Frieden und des Krieges, der Künste und des Handwerkes. Sie brachte den Männern den Pflug und den Frauen den Webstuhl. Sie gilt als Erfinderin des Alaphabets und als Burggöttin der Akropolis. Auch gab die jungfräuliche Göttin der Stadt Athen ihren Namen.

Es kam wie es kommen musste, Athene hörte von der Geschichte mit Arachne und wie sie prahlte. Die Göttin verkleidete sich als eine alte Frau und ging zu Arachne. Sie wettete mit ihr, wer besser weben kann. Die alte Frau besiegte das Mädchen im Wettstreit, fühlte sich von ihr vorgeführt, wegen der dargestellten Szenen (die Götter bei Liebeseskapaden, lt.Wikipedia). Daraufhin verwandelte Athena das Mädchen, wohl zur Strafe und aus Wut, in eine Spinne und seit diesem Tag können die Spinnen so fein Spinnen und Weben.

In einigen romanischen Sprachen findet sich der Begriff Arachne in der Bezeichnung für Spinne wider, z.B. „arana“ im Spanischen. Auch in den wissenschaftlichen Namen taucht der Name auf: Araneae für Webspinne und Aachnida steht für Spinnentiere.

Fritz wird durch eine Klaps auf den Rücken geweckt. Es ist der Schäfer, beim Erwachen hört Fritz nur noch die Worte: Und das goldene Vlies…

Netzwerk der Arachne, Skulptur von Ursula Dietze

Netzwerk der Arachne, Skulptur von Ursula Dietze

Glück ist wie ein Vogel, wer es nicht ergreift, dem fliegt es davon.

Konfuzius