Schafsnase

Faser Geschichten und Geschichte

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Kategorie: Gedichte und Märchen (Seite 1 von 8)

Die kleine Spinnerin

„Was spinnst du?“ fragte Nachbars Fritz,
Als er uns jüngst besuchte.
„Dein Rädchen läuft ja wie der Blitz,
Sag an, wozu dies fruchte;
Komm lieber her in unser Spiel!“
„Herr Fritz, das laß ich bleiben,
Ich kann mir, wenn er’s wissen will,
So auch die Zeit vertreiben.

Was hätt‘ ich auch von euch, ihr Herrn?
Man kennt ja eure Weise,
Ihr neckt und scherzt und dreht euch gern
Mit Mädchen um im Kreise,
Erhitzt ihr Blut, macht ihr Gefühl
In allen Adern rege,
Und treibt, so bunt ihr könnt, das Spiel,
Dann geht ihr eurer Wege!

Schier ist’s, als wären in der Welt
Zum Spaße nur die Mädchen.
Drum geht und spaßt, wo’s euch gefällt,
Ich lobe mir mein Rädchen.
Geht, eure Weise ist kein nütz!
Wenn ich soll Seide spinnen,
So will ich, merk’s er sich!, Herr Fritz,
Nicht Werg dabei gewinnen.

Wolfgang Amadeus Mozart

27.1.1756 in Salzburg geboren, 5.12.1791 in Wien gestorben

Musiker und Komponist

Der erste Schnee

Der leise schleichend euch umsponnen
Mit argen Trug, eh` ihr`s gedacht,
Seht, seht den Unhold! Übernacht
Hat er sich andern Rat ersonnen.
Seht, seht den Schneemantel wallen!
Das ist des Winters Herrscherkleid;
Die Larve lässt der Grimme fallen; –
Nun wisst ihr doch, woran ihr seid.

Er hat der Furcht euch überhoben,
Lebt auf zur Hoffnung und seid stark;
Schon zehrt der Lenz an seinem Mark.
Geduld! Schon ruft der Lenz die Sonne,
Bald weben sie ein Blumenkleid,
Die Erde träumet neue Wonne, –
Dann aber träum´ ich neues Leid!

Adelbert von Chamisso

Fritzchen und die Kollegen

Eine junge Familie spaziert am Deich lang. Das Kind hat ein Laufrad mit. Sie ändern ihre Richtung und nehmen den Weg zur Deichkrone. Dort bleiben sie, ziemlich dicht neben Fritz, stehen. Der kleine Junge lässt sein Laufrad fallen, stemmt die Arme in die Seiten, wobei er laut ruft: Überall Schafe!

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Wollgeschichte-n, Neues von Fritzchen

Heute ist ein heißer Tag, es weht ein sehr leichter Wind über den Deich. An der Seite, wo das Meer an den Deich plätschert, lässt es sich gut aushalten. Dösend liegen die Schafe verstreut im Gras. Was für eine Ruhe! Das bleibt heute bestimmt so, denkt Fritz, nachdem er sich einmal umgesehen hat. Er schloss wieder die Augen. Doch er sollte sich täuschen.

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Das Märchen vom falschen Prinzen

Es war einmal ein ehrsamer Schneidergeselle, namens Labakan, der bei einem geschickten Meister in Alessandria sein Handwerk lernte. Man konnte nicht sagen, daß Labakan ungeschickt mit der Nadel war, im Gegenteil, er konnte recht feine Arbeit machen. Auch tat man ihm unrecht, wenn man ihn geradezu faul schalt; aber ganz richtig war es doch nicht mit dem Gesellen, denn er konnte oft stundenweis in einem fort nähen, daß ihm die Nadel in der Hand glühend ward und der Faden rauchte, da gab es ihm dann ein Stück wie keinem anderen; ein andermal aber, und dies geschah leider öfters, saß er in tiefen Gedanken, sah mit starren Augen vor sich hin und hatte dabei in Gesicht und Wesen etwas so Eigenes, daß sein Meister und die übrigen Gesellen von diesem Zustand nie anders sprachen als: »Labakan hat wieder sein vornehmes Gesicht.«

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Aesop schrieb über Schafe, Hirten und Wölfe

Der Hirsch und das Schaf

Vor einem Wolfe verklagte der Hirsch ein Schaf und forderte von diesem ein Scheffel Getreide wieder, obwohl es ihm doch nichts schuldig war. Gleichwohl verurteilte es der Wolf, das zu bezahlen, was der Hirsch von ihm forderte. Das Schaf gelobte, dass es den Spruch erfüllen und zur vorgeschriebenen Zeit bezahlen wolle.

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Gleichnisse der Gegenwart Das Märchen von den kleinen Dingen

Es war einmal ein Land,
in dem gab es keine Zündhölzer.
Und keine Sicherheitsnadeln.
Und keine Stecknadeln.
Und keine Nähnadeln.
Und kein Garn zum Stopfen.
Und keine Seide und keinen Zwirn zum Nähen.
Und kein Seifenpulver.
Und kein Endchen Gummiband weit und breit,
und schmales auch nicht.
Und keine Kerzen.
Und keine Glühbirnen.
Und keine Töpfe.
Und kein Glas und keinen Kitt.
Und kein Bügeleisen.
Und kein Bügelbrett.
Und keinen Nagel.
Und keine Schere.
Und keinen Büstenhalter.
Und keinen Schnürsenkel.
Und kein Packpapier.
Und keine Gasanzünder.
Da wurden die Einwohner des Landes ziemlich traurig.
Denn erstens fehlten ihnen all diese kleinen Dinge,
die das Leben bekanntlich versüßen und vergolden.
Zweitens wußten sie, dass sie selber daran schuld waren.
Und drittens kamen immer Leute aus anderen Ländern
und erzählten ihnen,
dass sie daran schuld wären.
Und sie dürften es nie vergessen.
Die Menschen in dem Land hätten nun furchtbar gern geweint.
Aber Taschentücher hatten sie auch nicht.

Erich Kästner

Das rote Schaf

Es war einmal ein Schafhirte, der wohnte in einer hübschen Hütte mitten im Wald. Sein Herr hatte mit ihm ausgemacht, das er für jedes Schaf, das geboren werde, dreißig Heller Lohn bekomme, für jedes, das verloren gehe, dreißig Heller abgezogen erhalte.

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Und wer ein faules Grittchen hat

Und wer ein faules Grittchen hat, Grittchen hat,
kann der nicht lustig sein,
kann der nicht lustig sein?
Sie schläft ja alle Mor gen, Mor – gen,
b i s daß die Sone scheint
und der Hirt die Herd‘ austreibt.

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Osterspaziergang von J.W. von Goethe

Schafsnase wünscht allen Lesern und Leserinnen frohe Ostern.

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick.
Im Tale grünet Hoffnungsglück.
Der alte Winter in seiner Schwäche
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes.
Überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farbe beleben.
Doch an Blumen fehlts im Revier.
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!
Aus dem hohlen, finstern Tor
dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden.
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
aus der Straßen quetschender Enge,
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh, wie behend sich die Menge
durch die Gärten und Felder zerschlägt,
wie der Fluß in Breit und Länge
so manchen lustigen Nachen bewegt,
und, bis zum Sinken überladen,
entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges ferner Pfaden
blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel.
Hier ist des Volkes wahrer Himmel.
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

Hornveilchen im Gehweg

Hornveilchen im Gehweg

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Thema von Anders Norén.