kommt aus dem Arabischen „barraken“ und bedeutet so viel wie „Stoff aus Kamelhaar“

oder aus dem Persischen „baranka“ was Schafwolle bedeutet. Seine Herkunft ist der Nahe Orient.

Barchent ist ein Mischgewebe. Es wird aus einem Baumwollschuss mit Leinenkette gearbeitet. Es gibt sie in glatt oder einseitig bzw. beidseitig aufgeraut. Durch das Anrauen (z.B. mit der Kardendistel) erhält der Stoff eine wollende oder flaumartige Oberfläche, dadurch zählt er zu den Flanell-Geweben.

Er wird vierschäftig als Köper oder fünfschäftig als Atlas gewebt. Weitere Formen sind der Schnürbarchent und der Piquébarchent. Weitere Unterschiede je nach Bindung sind Cord- Diagonal- oder Kreppbarchent.

Im 12.Jh. wurde dieser Stoff in Sizilien gewebt. Später auch in Oberitalien und in der Lombardei In Europa verdrängte der Barchent im 14. Jh. zunehmend den Leinenstoff. Führende Zentren für diese Weberei waren neben Augsburg Ravensburg und Ulm. Mit dem ausgehenden 19. Jh. wurde die Herstellung eingestellt.

Dieser Stoff ist hautfreundlich, leicht, anschmiegsam, haltbar und warm. Verwendung fand der Stoff in Bettwäsche, Futterstoffen oder auch Kleidung.

Es ist das Seltenste auf der Welt,
einen Mann zu finden,
der einem ununterbrochen entschädigt für die vielen Liebhaber,
die man seinetwegen nicht erhört hat.

Peter Altenberg