Immer wieder begegnen uns Texte in denen Spinnen und Weben als Aufgaben der Frauen genannt werden, auch Göttinnen spinnen und weben. Frigga z.B. spinnt und Athene wird als Himmlische Weberin genannt.


Herman Grimm (Sprachforscher, Kunsthistoriker und Publizist, 1828- 1091) leitet die Bezeichnung „Weib“ für Frau von weben bzw. waifen ab. Die Bezeichnung Weib ist im germanischen Sprachraum weitverbreitet: althochdeutsch – wif, altnordisch – vif.

Homer, der als Autor der Ilias gilt, schreibt, Ilias 23. Gesang:

Wie dicht an der Brust des schöngegürteten Weibes

Fleugt das hin und her geworfne eilende Webschiff,

Wenn sie den Eintrag mit Faden bewebt und dicht an der Brust hält.

Goethe lässt im „Faust“ den Erdgeist als Weber auftreten:

In Lebensfluten, im Tatensturm

Wall ich auf und ab,

Webe hin und her!

Geburt und Grab

Ein ewiges Meer,

Ein wechselnd Weben,

Ein glühend Leben.

So schaff‘ ich am sausenden Webstuhl der Zeit

Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.

Bei Odysseus (Odssee 7. Gesang) heißt es:

Dort dann erduld‘ er,

Was sein Los ihm bestimmt und die unerbittlichen Schwestern

Ihm bei seiner Geburt in den werdenden Faden gesponnen.

 

Auch im Nibelungenepos wird vom Faden des Lebens gesprochen und vom Teppich der Taten am Webstuhl der Zeit.