Wäsche glatt und faltenfrei zu gekommen ist schon seit langem eine Arbeit im Haushalt. In früheren Zeiten musste diese Arbeit ohne Bügeleisen erledigt werden.

 

Aber wie? Es wurde mit Druck gearbeitet: das Rollen oder Kaltmangeln. Die gewaschene Wäsche (z.B. Bettwäsche, Tischwäsche) wurde auf ein Rolltuch gelegt und dann auf eine runde Holzrolle (Rollholz, ca. 1 Meter lang und 10 cm dick) gewickelt. Das Tuch misst ca. zwei bis drei Meter in der Länge und zwischen 75 bis 85 cm in der Breite. Es war in den meisten Fällen aus Leinen, aber auch aus Halbleinen oder Baumwolle. Die meisten Mangel- oder Rolltücher sind in Leinwandbindung und mit einem (hauptsächlich roten) Streifen gewebt.

Die Weiterentwicklung der Lochkartensteuerung durch Joseph- Marie Jacquard (ca. 1805) ermöglichte das Weben von Rolltüchern mit aufwendigen Muster. Diese waren dekorativ, aber nicht so belastbar wie die schlichten Tücher in Leinwandbindung. Rolltücher waren Bestandteil der Aussteuer eines Mädchen. Je aufwendiger die Tücher gearbeitet, desto reicher die junge Frau.

Mangeltuch mit aufwendigem Muster

Mangeltuch mit aufwendigem Muster

Durch Beschweren mit einem Kasten, der mit Steinen gefüllt war, und durch hin- und her bewegen der Rolle wickelte sich die Wäsche auf und ab. Diese Bewegungen glätteten die Wäsche durch den Druck und das Zusammenpressen der Fasern. Diese Arbeitsgeräte standen früher nicht auf jedem Hof, sie konnten stundenweise gemietet werden. Dann gingen die Frauen „auf die Rolle“. In einigen Freilichtmuseen kann ein solcher Roll- Kasten noch bewundert werden.

Wo die Sauberkeit anfängt,

hört die Gemütlichkeit auf.

unbekannt