Krapp ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Rötegewächse. Sie wird auch Echte Färberröte oder Färberkrapp genannt. Ihr Name „Rubia tinctorum“ stammt aus dem Lateinischem und bedeutet „Röte der Färber“. Ihre Heimat ist der Orient und der östliche Mittelmeerraum.

Die Wurzeln sind bis zu 30 cm lang und ca. 12 mm dick. Im frischen Zustand ist die Wurzel innen gelb. Im Inneren der Wurzelrinde befindet sich der meiste Farbstoff. Zum Färben wurden die Wurzeln zunächst getrocknet, fermentiert und gedroschen. Geerntet wurden die Rhizome nach 3 Jahren. Das Färbegut muss zunächst mit Metallsalz gebeizt werden. Unterschiedliche Beizen, Temperaturen und auch die Nachbehandlung führten zu Farben zwischen Orange und Violett.

Neben dem Indigo zählt der Krapp zu den ältesten Färbepflanzen. Auch in der Pflanzenmedizin ist Krapp gekannt.

Krapp wurde zum Färben von Seide, Wolle, Baumwolle und Leder genutzt. Berühmt wurde das „Türkischrot“. Es ist ein Färbeverfahren der Türken, dass eine besondere feurige Leuchtkraft hatte. Der Färbevorgang dauerte bis zu 4 Monaten. Auch umfasste er viele einzelne Schritte. Das Verfahren galt lange als Geheimnis. Unter Anderen wurden die türkischen Kopfbedeckungen, der Fes damit gefärbt.

Im Grab von Tutanchamun (1337 v.Ch.) konnten Spuren von Krappfärbung nachgewiesen werden.

Die Römer und die Griechen kannten dieses Färbematerial. Es gibt schriftliche Aufzeichnungen als Nachweis. Die Römer imitierten mit Krapp die Färbung der Purpurschnecke und somit purpurfarbene Stoffe. Wobei blaugefärbte Stoffe mit Krapp übergefärbt wurden und dadurch einen Purpurfarbton bekamen.

In Europa lässt sich im 5. Jh.n.Chr. Krappfärbung nachweisen.

Die Wikinger nutzten Pflanze bereits zum Färben, Nachweise fanden die Forscher im Oseberg-Schiff in Norwegen.

Im 15. Jh. galten die Niederlande als Hochburg des Krappanbau.

Berühmt war der Krapp aus dem Elsass, er wurde unter dem Namen „Hagenauer Röte“ gehandelt. Die Niederlande und auch Straßburg errungen ihren Reichtum zu einem großen Teil mit dem Anbau von Krapp. Arl der Große befahl den Anbau von Krapp.

Im 19.Jh. färbten die Franzosen die Hosen und Kappen ihrer Soldaten mit Krapp, Befehl von Louis-Philippe (1830–1848).

Ende des 19.Jh. wurde das künstliche Alizarin erfunden. Es verdrängte das pflanzliche Färbematerial.

Ein Lächeln ist ein Geschenk,
welches sich jeder leisten kann.

unbekannt