Tapa – Rindenbaststoff

In Polynesien und Melanesien werden Stoffe aus Rindenbast hergestellt, die Tapa genannt werden. Als Ausgangsstoff dient hauptsächlich der Papiermaulbeerbaum, aber auch verschiedene andere Bäume, z.B. Maulbeerbaum (tong.- hiapo).

Die ca. 3 Jahre alten Bäume werden gefällt. Zunächst wird die Rinde der Bäume großflächig abgezogen. Unter der harten äußeren Rinde liegt der weiche Rindenbast, der abgelöst wird. Der weiße Bast wird geglättet, gerollt und gebündelt in der Sonne getrocknet.

Die über Nacht gewässerten Baststreifen werden mit hölzernen Schlegeln auf flachgeschliffenen Steinen oder Holzbrettern breit geklopft bis sie weich und biegsam sind, dabei haben sie eine mehrfache Breite erreicht.

Durch das Schlagen verfilzen die Fäden miteinander. Einzelne Bahnen werden durch Schlagen verbunden, so das ein Stoff entsteht (oder sie werden aber auch ggf. verklebt).

Traditionell werden die Stoffe schwarz- weiß oder farbig bemalt oder mit Schablonentechnik geprägt, z.B. mit Mangrovenwurzelsaft.

Tapa werden in der Südsee vielseitig verwendet. Neben traditionellen Kleidungsstücken, finden sie Verwendung als Schlafunterlagen, Decken und anderen Heimtextilien.

In Polynesien werden kostbare Geschenke in Tapastoff verpackt und Tote aufgebahrt.

Auf Vanuatu dienen Tapa- Gürtel als Rangabzeichen und auf den Fidschi- Inseln bzw. auf Tonga sind Tapa- Tücher Ausstattungsstücke königlicher Feste und Zeremonien.

Die Mondgöttin HINA ist die Schutzpatronin der Baststoffhersteller auf Tahiti. König George Tupou (1845-1893) von Tonga verband per Gesetz die Tapas als Relikt aus vergangen „wilden Zeiten“ vorübergehend und beschränkte sie auf den Totenkult.

Heute werden Tapa- Arbeiten in der Südsee hauptsächlich für Touristen hergestellt doch ein Mensch der kein Tapas besitzt, gilt als arm.

Pareo

Ein großes Stück Stoff, das um den Körper gewickelt einen Rock ergibt.

In Indonesien heißt es Sarong, im Südpazifik Pareo, auf den Philippinen Surong, in Samoa Lava- lava, in Afrika Kanga. In der Südsee wurden die Pareos lange Zeit aus breitgeklopfter Baumwollrinde hergestellt. Jedoch nur die reichen und adligen Bewohner konnten sich Tücher aus dem selten weißen Rinden leisten.

Die breite Bevölkerung trug Tücher aus brauner Rinde, die gegen die Tristheit mit Malereien verziert wurde. Selbst wenn man Rinde stundenlang mit einem Stein weichklopft, wird sie nicht weich und stellt keinen angenehmen Stoff her.

Die Seeleute brachten dann erst Stoffe aus Baumwolle und Leinen mit in die Südsee. Unter dem Einfluss der Missionare wurde aus dem luftigen Rock dann ein Kleidungsstück das auch den Oberkörper der Frauen verhüllte.

Lebe deine Reise Schritt für Schritt

und lebe in jedem einzelnen Augenblick.

Es gibt keine Abkürzungen.

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