ist eine Flechttechnik zur Herstellung von Nesteln, Schnüren, Bordüren und Verzierungen. Diese wurden unter anderen für Urkunden benötigt.


Hierbei werden Garnschlaufen mit den Händen verschlungen oder es werden so genannte Tundelhölzer verwendet. Diese Hölzer sind ca. 20 cm lang, das Gewicht der Hölzer musst für gröbere Fäden schwerer sein als für dünne Fäden.
Im englischen Sprachraum wird die Technik „Schlinging“ und im dänischen Raum „Slynger“ genannt. Dänische Kinder haben die Technik noch lange im Unterricht gelernt.
Die Hauptblütezeit des Tundeln in Mitteleuropa und England war die Zeit zwischen 1200- 1600. Heute wird noch in einigen Gegenden von Japan (vergleichbar mit der Kumihimo), Südamerika und im Nahen Osten getundelt.
Zum Tundeln werden die Fäden oder Schnüre zusammen geknotet und am Knoten aufgehängt. Die anderen Enden werden auf den Hals der Tundelhölzer gewickelt. Und mit einer leicht zu öffnenden Schlinge festgehalten. Dünne Fäden können auch auf ausgehöhlte Weidenäste gewickelt werden.

Die Abfolge des Tundeln ist zum Beispiel folgendermaßen: linker Zeigefinger, linker Daumen, rechter Daumen rechter Zeigefinger. Die weitere Reihenfolge lautet dann: linker Daumen lässt 2 fallen, nimmt 4 auf, rechter Zeigefinger nimmt 2 auf, rechter Daumen lässt 3 fallen nimmt 1 auf, linker Zeigefinger nimmt 3 aufgehängt usw.
Je nach Technik lassen sie flache, runde oder auch eckige Bänder herstellen.

Man braucht sehr lange,
um jung zu werden.

Pablo Picasso